Nationalismus und Fremdenangst

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Nationalismus und Fremdenangst

Beitragvon linneus » 13. Nov 2015 13:56

Hi leute,
woher kommt eurer meinung nach dieser drastische patriotismus und die fast panisch wirkende angst vor fremden, bzw muslimen in polen?
oder sind die polen gar nicht so, wie sie jetzt in der auseinandersetzung mit den flüchtlingen wirken?
immerhin werden dort ja politiker, die flüchtlinge in erster linie zu krankheitsträgern machen und die nicht einmal zwischen flüchtlingen und immigranten unterscheiden können oder wollen, in höchste ämter gewählt.
vielen dank für eure einschätzung
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Re: Nationalismus und Fremdenangst

Beitragvon Snooopy155 » 13. Nov 2015 16:33

So wie es in Deutschland Pegida und Konsorten gibt, so hat in Polen jetzt wieder eine Partei die Wahl gewonnen, die zum einen ihre Pfründe sichern will und die großen Wert auf populistische Maßnahmen legt. Genauso wie in Deutschland über die sozialen Netzwerke falsche Gerüchte gestreut werden, so ist es auch in Polen. Man will zwar die Freizügigkeit der EU, aber bitte nicht die Pflichten. Es ist ausreichend die Gelder zu kassieren und seine Landsleute im großen Stil in allen EU Ländern arbeiten zu lassen. Auch die geplante Supermarktsteuer ist solch ein falsches Signal; waren es doch Lidl, Biedronka, Kaufland und ... die viele Produkte erst nach Polen gebracht haben und die Polen allzugerne auch konsumieren. Und da sind noch die vielen Kleinhändler und Kneipenbetreiber, die bei Angeboten sich just In Großmengen in diesen Supermärkten zum weiterverkauf bedienen. Weiterverkauf eindecken. Und auf soche Stimmungsmache springen auch Polen allzugerne auf. Letztendlich vertagt man längst überfällige Reformen und die derzeit ausserhalb der Ballungszentren oft arbeitslose Jugend findet hier eine Möglichkeit sich mit Stimmungsmache zu verwirklichen.
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Re: Nationalismus und Fremdenangst

Beitragvon TobiaszPolska » 8. Dez 2015 17:27

linneus hat geschrieben:Hi leute,
woher kommt eurer meinung nach dieser drastische patriotismus und die fast panisch wirkende angst vor fremden, bzw muslimen in polen?


Das hört sich so an als wenn Sie (bzw. sehr viele Leute) denken dass dieser Patriotismus erst seid kurzen in Polen herrscht. Das stimmt mal ganz und garnicht. Patriotismus ist Standart in Polen. Ich kenne kaum Polen die nicht mega Stolz auf ihr Land sind. Und genau das ist ja Patriotismus. Stolz auf sein Land. Oder wie es google noch besser beschreibt: "Person, die ihr Vaterland liebt und dafür eintritt."
Da ich selber eine Patriotische Seite auf Instagram besitze (Ich poste nichts Islamfeindliches, nur Sachen die den Polnischen Stolz wieder spiegeln). Weiss ich das sehr sehr viele Polen gegen den Islam sind. Aber das ist nicht sehr neu. Das gibt schon seid mehreren Jahren. Auch in dieser Form. Es fällt nur erst jetzt auf. Da Polen seid sehr vielen Jahren einen komplett neue Regierung hat. Eine sehr gute in meinen Begriffen. Und die meisten Polen die ich kenne sagen das auch. Und die Regierung macht vieles was den Deutschen nicht so passt. Ich würde sagen das ist der Grund...
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Re: Nationalismus und Fremdenangst

Beitragvon Galle » 9. Dez 2015 00:08

Snooopy155 hat geschrieben:So wie es in Deutschland Pegida und Konsorten gibt, so hat in Polen jetzt wieder eine Partei die Wahl gewonnen, die zum einen ihre Pfründe sichern will und die großen Wert auf populistische Maßnahmen legt. Genauso wie in Deutschland über die sozialen Netzwerke falsche Gerüchte gestreut werden, so ist es auch in Polen. Man will zwar die Freizügigkeit der EU, aber bitte nicht die Pflichten. Es ist ausreichend die Gelder zu kassieren und seine Landsleute im großen Stil in allen EU Ländern arbeiten zu lassen. Auch die geplante Supermarktsteuer ist solch ein falsches Signal; waren es doch Lidl, Biedronka, Kaufland und ... die viele Produkte erst nach Polen gebracht haben und die Polen allzugerne auch konsumieren. Und da sind noch die vielen Kleinhändler und Kneipenbetreiber, die bei Angeboten sich just In Großmengen in diesen Supermärkten zum weiterverkauf bedienen. Weiterverkauf eindecken. Und auf soche Stimmungsmache springen auch Polen allzugerne auf. Letztendlich vertagt man längst überfällige Reformen und die derzeit ausserhalb der Ballungszentren oft arbeitslose Jugend findet hier eine Möglichkeit sich mit Stimmungsmache zu verwirklichen.


das hätte ich schreiben können ;)
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Re: Nationalismus und Fremdenangst

Beitragvon Galle » 9. Dez 2015 00:13

TobiaszPolska hat geschrieben:
linneus hat geschrieben:Hi leute,
woher kommt eurer meinung nach dieser drastische patriotismus und die fast panisch wirkende angst vor fremden, bzw muslimen in polen?
/quote]

Das hört sich so an als wenn Sie (bzw. sehr viele Leute) denken dass dieser Patriotismus erst seid kurzen in Polen herrscht. Das stimmt mal ganz und garnicht. Patriotismus ist Standart in Polen. Ich kenne kaum Polen die nicht mega Stolz auf ihr Land sind. Und genau das ist ja Patriotismus. Stolz auf sein Land. Oder wie es google noch besser beschreibt: "Person, die ihr Vaterland liebt und dafür eintritt."
Da ich selber eine Patriotische Seite auf Instagram besitze (Ich poste nichts Islamfeindliches, nur Sachen die den Polnischen Stolz wieder spiegeln). Weiss ich das sehr sehr viele Polen gegen den Islam sind. Aber das ist nicht sehr neu. Das gibt schon seid mehreren Jahren. Auch in dieser Form. Es fällt nur erst jetzt auf. Da Polen seid sehr vielen Jahren einen komplett neue Regierung hat. Eine sehr gute in meinen Begriffen. Und die meisten Polen die ich kenne sagen das auch. Und die Regierung macht vieles was den Deutschen nicht so passt. Ich würde sagen das ist der Grund...


tut mir echt leid für dich das du diese Partei gewählt hast, aber meiner Meinung nach wird sie nichts gutes in ihr land bringen,man kann nicht nur die vorteile der EU nutzen und wenn es um Pflichten geht sich komplett zurückziehen und fadenscheinige Ausreden suchen, und die Medien in ihrer Freiheit beschneiden geht genausowenig wie die Verfassungsrichter nur in Parteitreue austauschen, sorry aber das hat nich mehr viel mit Demokratie zu tun, das wird wie Ungarn
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Re: Nationalismus und Fremdenangst

Beitragvon Snooopy155 » 10. Dez 2015 11:56

Das was Tobias Polska geschrieben hat kann so nicht unkommentiert bleiben.
Zitat: "Da Polen seid sehr vielen Jahren einen komplett neue Regierung hat. Eine sehr gute in meinen Begriffen. Und die meisten Polen die ich kenne sagen das auch. Und die Regierung macht vieles was den Deutschen nicht so passt. Ich würde sagen das ist der Grund... "
Wie gut die neue Regierung ist sieht man schon bei der Gesetzesänderung zur Berufung der obersten Richter des Verfassungsgerichtes. Hier läßt Präsident Duda schon mal das rechtsstaatliche Verhalten vollkommen vermissen und vereidigt Richter die von der Pis vorgestellt wurden, ohne die Stellungnahme des Verfassungsgerichtes abzuwarten.
Da werden von der Regierung Kindergeld versprochen, ohne sich darüber im Klaren zu sein, wie diese Ausgaben finanziert werden sollen. So wie es derzeit aussieht werden es aber genau der Personenkreis finanzieren, der dieses Geld ausbezahlt bekommt - also eine staatliche Umverteilung ohne wirklichen Nutzen für die Finanzschwachen.
Patriotismus der letztlich sich darauf reduziert Gelder der EU zu vereinnahmen, aber sich allen Verpflichtungen aus der EU- Mitgliedschaft zu entziehen ist nichts anderes als nationaler Egoismus der langfristig wieder zur Isolation führen wird.
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Re: Nationalismus und Fremdenangst

Beitragvon linneus » 13. Dez 2015 23:57

dass polen nicht erst jetzt patriotisch werden, ist schon klar, macht die sache aber nicht besser...um ehrlich zu sein, wirken fahnenschwenker auf mich immer ziemlich primitiv, egal, welche fahnen sie schwenken. im falle polens ist der nationalismus sicher auch historisch begründet. es gab in der geschichte viele überfälle von den starken nachbarn in ost und west, da ist ein gewisses misstrauen vielleicht verständlich. dennoch frage ich mich, wie die unzähligen polen in deutschland eigentlich die muslime hier ertragen können, und wenn sie hier mit ihnen auskommen, warum glauben sie, sie könnten es in polen nicht. laut statistik hat polen einen ausländeranteil von 0,1%, also einen so geringen wie kein anderes eu-land. überfremdung droht also schonmal nicht. dass man das, was man nicht kennt, fürchtet, ist auch in gewisser weise verständlich, wenn es auch keine rechtfertigung für alles ist. von einem volk, das zu 1/3 nicht in der heimat lebt (knapp 20 mio diasporapolen weltweit), müsste man wohl etwas mehr toleranz gegenüber einwanderern erwarten, vor allem, wenn diese gar keine einwanderer, sondern flüchtlinge sind, aber vielleicht gilt diese abneigung ja auch "nur" muslimen und nicht ausländern generell. ich war oft in polen und habe nie unfreundliche menschen getroffen.
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